Historie

Mit der Schöpfung seiner AIDA hatte Giuseppe Verdi von Beginn an die Vision einer grandiosen Operninszenierung. Denn der Schauplatz der Geschichte im Ägypten zur Zeit der Pharaonen bietet bis heute viel Raum für eine opulente Gestaltung.

Zum Festakt der Eröffnung des Suezkanals 1869 und zur Eröffnung des neuen Khedivial-Opernhauses in Kairo wurde an Giuseppe Verdi der Auftrag vergeben, eine Hymne zu komponieren. Verdi wurde zwar vom regierenden Khediven Ismail Pascha, der europäisch erzogen worden war, und dessen Operndirektor darum gebeten, lehnte aber mehrfach ab. Daher wurde das Opernhaus in Kairo am 6. November 1869 mit Verdis Rigoletto eröffnet.

Nachdem man sich dann doch geeinigt hatte, ging alles ganz schnell. Verdi nahm den Vertrag im August 1870 an, vier Monate später war die Musik zu dem bestellten Bühnenstück vollendet. Die Uraufführung konnte allerdings erst am 24. Dezember 1871 in Kairo stattfinden. Grund für die Verzögerung war, dass die Kostüme und Requisiten infolge des Deutsch-Französischen Krieges im von Preußen belagerten Paris eingeschlossen waren.

Als Aida am 24. Dezember 1871 endlich zum ersten Mal über die Bühne ging, überschlugen sich Publikum und Kritiker vor Begeisterung. Von Ägypten aus trat Aida ihren Siegeszug in die ganze Welt an.

Zweiter Akt, zweite Szene:
Bühnenbild von Philippe Chaperon für die Premiere in Kairo (1871)
Vierter  Akt, zweite Szene:
Bühnenbild von Philippe Chaperon für die Premiere in Kairo (1871)

Handlung

Aida, Tochter des äthiopischen Königs Amonasro, lebt als Sklavin am Hof des Königs von Ägypten. Sie ist erfüllt von tiefer Liebe zu Radames, dem Heerführer des Pharaos. Doch auch Amneris, die Tochter des Pharaos, ist verliebt in Radames.

Als es zum Krieg zwischen Äthiopien und Ägypten kommt, um Aida aus der Gefangenschaft zu befreien, hofft Radames, nach dem Feldzug gegen die Äthiopier die von ihm begehrte Aida heiraten zu können.

Doch es kommt anders. Es beginnt ein Spiel um Macht und Intrigen, das letztendlich in einer Tragödie gipfelt.

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1. Akt
Radames soll mit dem Oberbefehl über das ägyptische Heer beauftragt werden. Er vertreibt sich die Zeit des Wartens mit einer Arie „Celeste Aida/Holde Aida…“. Radames liebt nämlich die Sklavin Aida, von der niemand weiß, dass sie eigentlich die Tochter des äthiopischen Königs Amonasro ist. Amneris, die Tochter des Königs von Ägypten, hätte gerne Radames an ihrer Seite, und ist deshalb auf Aida eifersüchtig. Radames erhält wie erwartet den Oberbefehl. Aida quälen Gewissensbisse, weil sie den Feldherrn liebt, der gegen ihren Vater in die Schlacht zieht. Radames aber empfängt das heilige Feldherrn-Schwert.

2. Akt
Amneris schmückt sich für die Siegesfeier – die Ägypter haben die Äthiopier besiegt. Vorher entlockt sie aber Aida noch das Geständnis ihrer Liebe (Amneris gibt vor, Radames sei gefallen.) Triumphzug und Triumphmarsch. Radames wird gehuldigt. Er soll Amneris heiraten. Amonasro gibt sich als Vater Aidas zu erkennen (aber nicht als König, der sei im Kampf gefallen) und bittet um das Leben der Gefangenen. Dieses wird unter der Bedingung gewährt, dass Amonasro und Aida in Ägypten als Geiseln bleiben.

3. Akt
Die Nacht vor der Hochzeit zwischen Amneris und Radames. Während Amneris vom Oberpriester in den Tempel der Isis geleitet wird, wartet Aida auf Radames, um ihn noch einmal zu sehen. Amonasro erscheint und fordert von seiner Tochter, dass sie Radames das Geheimnis des ägyptischen Truppenaufmarsches entlocke. Denn Ägypten plant einen neuen Feldzug gegen die Äthiopier. Amonasro verbirgt sich daraufhin, während Radames in die Arme seiner Geliebten stürzt. Aida bringt Radames dazu, einer Flucht nach Äthiopien zuzustimmen. Außerdem verrät er das militärische Geheimnis. Amonasro tritt aus seinem Versteck hervor und gibt sich als äthiopischer König zu erkennen. Radames kann sich nicht entschließen, mit Aida und Amonasro zu fliehen. Als Amneris und der Oberpriester erscheinen, stellt sich Radames und ermöglicht dadurch Aida und ihrem Vater die Flucht.

4. Akt
Radames gefangen. Amneris bietet ihm nochmals ihre Liebe an – und eine mögliche Begnadigung durch ihren Vater. Schließlich ist Amonasro auf der Flucht gefallen, Aida verschwunden. Doch Radames erwartet unerbittlich das Todesurteil der Priester: Er soll lebend eingemauert werden. Radames in der Grabkammer. Sie ist bereits verschlossen. Aber Aida ist bei ihm, sie hat sich heimlich eingeschlichen, um mit ihm zu sterben. Abschied vom Leben, während Amneris die Götter um Frieden bittet.